Der Abgeltungssteuer ein Schnippchen schlagen
Die Abgeltungssteuer steht schon vor der Tür und klopft an. Ab 2009 ist es soweit. Bei der Abgeltungssteuer
werden in Deutschland erstmalig Zinsen, Dividenden und Kursgewinne gleichermaßen besteuert. Der Steuersatz wird vermutlich
25% zuzüglich Soli und ggf. Kirchensteuer betragen. Fast alle Kapitalanlagen sind davon betroffen.
Zu den wenigen Ausnahmen gehören Unternehmensbeteiligungen in Form von geschlossenen Fonds. Beispielsweise
Schiffsbeteiligungen
bzw. Schiffsfonds. Bei einer Schiffsbeteiligung investiert der Anleger in eine Beteiligungsgesellschaft, die Gelder für den Bau
oder Erwerb eines Schiffes sammelt. Haben sich genügend Anleger und Kapital zusammengefunden, dann wird die Beteiligungsgesellschaft
geschlossen. Das heißt, neue Anleger können nicht mehr beitreten. Darum wird in diesem Zusammenhang auch von geschlossenen Fonds
gesprochen. Erträge erwirtschaftet die Beteiligungsgesellschaft ab dem Zeitpunkt wo das Schiffs ausgeliefert und verchartert ist.
Reeder, die das Schiff der Gesellschaft für ihre Transporte zur See nutzen, zahlen an die Beteiligungsgesellschaft als Ausgleich
eine vorher fest vereinbarte Charterrate. Aus den Einnahmen durch die Charterrate werden Betriebskosten, Verwaltungskosten,
Kapitalkosten und Fremdkapitaltilgung bestritten.
Die Überschüsse fließen als Ausschüttungen an die Anleger der Gesellschaft. Da die Anleger in der Regel Kommanditisten der
Beteiligungsgesellschaft sind, haben Ausschüttungen den Charakter von Entnahmen von Betriebsvermögen und werden nicht direkt
versteuert. Auf das Betriebsergebnis eines Geschäftsjahres wird die sogenannte Tonnagesteuer gezahlt. Diese richtet sich nicht
nach der Höhe des Betriebsergebnisses, sondern nach der Größe des Schiffes. Die Steuerbelastung für den Anleger ist daher bei
Schiffsbeteiligungen fast vernachlässigbar gering. Und keine Spur von Abgeltungssteuer.
Neben der interessanten steuerlichen Behandlung von Schiffsbeteiligungen sind auch die Chancen auf gute Renditen bei
Schiffsbeteiligungen hoch. Die zunehmende Globalisierung heizt dem Welthandel ein und der Transport zur See ist immer
noch die konkurrenzlos günstigste Alternative große Gütermengen über weite Strecken zu befördern.
Autor: Bernhard Russin
weitere Themen zu Finanzen:
Altersvorsorge
Direktversicherung
Bücher über Steuern
In Fonds investieren
Übersicht zu Finanzen und Wirtschaft
|