Was ist Aids?
AIDS ist ein anderer Begriff für den Immunschwächevirus HIV (Humane Immundefizienz - Virus). Eine Person die
den AIDS-Virus in sich trägt wird somit als HIV-Positiv bezeichnet, dieser Virus wird direkt oder indirekt im Blut
nachgewiesen. Nach einer erfolgten Ansteckung mit dem HIV-Virus kann es nach einer Inkubationszeit von 6 Tagen bis zu 6
Wochen zu einer akuten Erkrankung kommen, die sich ähnlich wie bei den Symptomen einer Grippe äußert –
wie Durchfall, Nachtschweiß, Husten, Durchfall etc. - Nach diesem Ausbruch kann ein krankheitsfreier Zeitraum
von einigen Jahren bis zu mehreren Jahrzehnten entstehen. Früher wurde angenommen dass die HIV-Infektion in diesem
Zeitraum ruht, heute jedoch weiß man dass auch in diesem Zeitraum jeden Tag mehrere Milliarden neuer Viren entstehen
bzw. abgetötet werden. In einem späteren Verlauf der Krankheit entstehen immer mehr typische Beschwerden die für
das Krankheitsbild typisch sind, dazu gehören zum Beispiel die Gewichtsabnahme, das Auftreten bestimmter Krebsarten,
oder auch schweren Infektionserkrankungen. Durch neu entwickelte Medikamente kann der Ausbruch, oder auch das Fortschreiten
der Krankheit lange hinaus gezögert werden. Diese Medikamente wirken gegen die Vermehrung des HIV-Virus, und sind so
genannte antiretrovirale Medikamente.
Ein Nachweis des HIV-Virus erfolgt mittels Antikörpern die sich gegen HIV richten, sind solche Antikörper im
Körper vorhanden, so muss der Virus in den Körper eingedrungen sein. Dieser Test auf den Virus wird dann somit
auch als Positiv bezeichnet. Damit ein Test auf AIDS zu 100% sicher ist sollte nach einer möglichen Ansteckung, bis
zum Test ein Zeitraum von ca. 3 Monaten vergehen, da der Körper diesen Zeitraum braucht um gegen die Krankheit
Antikörper zu bilden, die für den Nachweis im Blut notwendig sind. Die Möglichkeit eines schnellen
Nachweises besteht auch, dieser ist jedoch sehr kostenintensiv. Eine Infektion mit dem AIDS-Virus verläuft hier in
mehreren Stadien, die bei der Untersuchung in unterschiedliche Klassifizierungen eingeteilt werden, diese reichen von
A1 bis C3, und richten sich hier nach der Höhe der Helferzellen die im Blut nachgewiesen werden. Eine Heilung der
Krankheit AIDS ist nicht möglich, da die entstehenden HIV-Viren nicht vollständig aus dem Körper entfernt
werden können. Erstmals wurde die Krankheit im Jahre 1981 als eigenständige Krankheit erkannt.
Die AIDS-Infektion tritt auch heute noch zum größten Teil in der Dritten Welt auf, nur ca. 2 Millionen
AIDS-Infizierte leben hier in den westlichen Industriestaaten, wobei die Gesamtsumme der Infizierten bei ca. 39 Millionen
liegt. Durch die immer weiter führende Forschung haben die Infizierten immer größere Chancen die
HIV-Infektion von einer lebensbedrohlichen Erkrankung, in eine chronische Erkrankung umzuwandeln, die somit auch über
mehrere Jahre nur eine geringe Einschränkung mit sich bringt. Durch die Fortschreitende Forschung wurde aber auch eine
Abnahme der Vorsichtsmaßnahmen festgestellt – unter anderem die Verhütung mit Kondomen, also Safer Sex etc.
– da die Menschen sich somit in einer trügerischen Sicherheit wiegen. Auch weiterhin ist AIDS eine tödliche
Krankheit und für einige Staaten in Afrika zu einer Existenzbedrohung geworden.
Die Erreger die die Krankheit AIDS verursachen gehören zu der Gruppe der Retroviren – welche zur Familie der
Lentiviren gezählt werden – und werden durch einzelsträngige RNA-Viren (Immuno Deficiency Virus) verursacht.
Zur zeit sind zwei Arten des HIV-Virus bekannt, hierzu zählen der HIV-1 – welches hier auf der ganzen Welt zu
finden ist -, und das HIV-2 Virus – welches hauptsächlich nur in West-Afrika vorkommt -. Der Unterschied der
beiden Viren-Typen besteht im Ausmaß der krankmachenden Eigenschaften, und auch in ihrer RNA-Sequenz. Der HIV-2
ähnelt hierbei sehr dem Virus welches oft Schimpansen befällt. Hier konnte in den letzten Jahren nachgewiesen
werden, dass dieser Virus der die Tiere befallen hatte auch auf Menschen übertragen wurde. Eine Infektion erfolgt dadurch
dass die HIV-Viren sich an bestimmten Bindungsstellen auf der Oberfläche von menschlichen Immunzellen andocken.
Dieser Andockprozess ist aufgrund der Eiweiße möglich, die sich an ihrer Hülle befinden. Zu diesen Zellen
gehören die T-Helfer-Zellen, Langerhan-Zellen der Haut, und die so genannten Fresszellen die auch Makrophagen genannt
werden. Die Zellen des menschlichen Körpers werden durch das Virus zerstört, wodurch es hier zu einer langfristigen
Schwächung des Immunsystems kommt.
AIDS ist nicht gleich HIV, der Unterschied besteht darin dass HIV die Infektion mit dem Virus bezeichnet. Erkrankt der
Infizierte dann zum ersten Mal an der AIDS-Definierten Krankheit, so wird dieser Zustand als AIDS bezeichnet. Ist eine
HIV-Infektion festgestellt worden wird dies hier in 3 Stadien unterschieden, die nach den im Blut vorhandenen T-Helferzellen
bestimmt wird. Zur Bestimmung des Stadiums, in dem der Erkrankte sich befindet erfolgt die Einteilung in die Buchstaben A, B
oder C, und weiter in eine Klassifizierung von den Bereichen A1 bis C3. Bestimmt wird der Zahlenwert bei: 500 T-Helferzellen
im Blut = Wert 1; 200-499 T-Helferzellen im Blut = Wert 2, bei weniger wie 200 T-Helferzellen im Blut = Wert 3.
Behandlungsmöglichkeiten von Aids
Um einen möglichst großen Erfolg bei einer Therapie gegen AIDS zu erzielen ist hier eine sofortige Untersuchung
bei dem Verdacht auf eine Infektion notwendig. Kostenfrei und anonym kann ein Test auf Antikörper gegen HIV bei den jeweils
zuständigen regionalen Gesundheitsämtern durchgeführt werden, dieser Test bietet hier eine 96%-ige Sicherheit,
nur 4% der Ergebnisse sind falsch positiv. Fällt der Test hingegen negativ aus, so kann hier mit einer 100%-igen Sicherheit
davon ausgegangen werden dass keine Infektion mit dem Virus erfolgt ist. Aufgrund der 4%-igen falsch Positiven Ergebnisrate wird
hier bei einem positiven Ergebnis sofort ein weiterer Test gemacht, um ein falsches Ergebnis auszuschließen. Wird eine
HIV-Infektion nachgewiesen sollte sofort eine ärztliche Behandlung erfolgen. In vielen Deutschen Großstädten gibt
es bereits Praxen die sich ausschließlich auf HIV und AIDS spezialisiert haben, und sich HIV-Schwerpunktpraxen nennen. Die
ausgeführten Tests weisen hier die Antikörper gegen das Virus, die Virusbestandteile, und auch die Konzentration der
Viren im Blut nach. Die Konzentration – Anzahl der Viren pro Millimeter Blut – auch Viruslast genannt, ist neben den
T-Helferzellen ein wichtiger Gesichtspunkt zur Beurteilung der Infektion und des Stadiums.
Eine Therapie gegen HIV und AIDS muss hier mit dem Patienten individuell abgestimmt werden, wichtig ist hier die Bereitschaft
des Patienten regelmäßig und auch über einen langen Zeitraum Medikamente einzunehmen, die zur Vermeidung einer
Resistenzentwicklung notwendig sind. Da die Erforschung von HIV und AIDS noch relativ neu ist, und derzeit erst in das
3. Jahrzehnt geht müssen hier immer wieder erlangte Erkenntnisse revidiert werden. Das Ziel der Therapie besteht
darin ein Auftreten der symptomatischen HIV-Infektion so lange wie möglich zu verhindern. In den letzten Jahren wurde die
Prognose von HIV und AIDS durch die Einführung immer neuer Medikamente deutlich verbessert, die Sterblichkeit ist im
Vergleich zu früheren Jahren deutlich zurückgegangen. Allerdings ist AIDS auch bis heute immer noch eine in der Regel
tödliche Krankheit.
Umgang mit Aidserkrankten
Eine Infektion mit dem HIV-Virus erfolgt über das Blut, das Sperma, die Muttermilch, und auch über das
Vaginalsekret. Eine Infizierung über eine Tröpfcheninfektion ist ausgeschlossen, daher bieten sich folgende
Verhaltensweisen mit dem Umgang von infizierten Personen an: Das Händereichen, Umarmen etc. ist vollkommen unbedenklich,
das gemeinsame benutzen von Geschirr, Gläsern, Toiletten, Besteck, Handtüchern etc. ist unbedenklich. Ein erhöhtes
Infektionsrisiko von Personen die mit einem infizierten Menschen in einem Haushalt zusammen leben konnte nicht nachgewiesen werden.
Gewisse Vorsichtsmaßnahmen sollten trotz alledem eingehalten werden, dies gilt vor allem für die gemeinsame Benutzung
einer Zahnbürste was unbedingt vermieden werden sollte, da durch kleinere Verletzungen im Mundraum die Viren durch die
Mundschleimhaut übertragen werden können. Sehr bedenklich und gefährlich sind hier vor allem sexuelle, intime
Beziehungen, wobei es keine Rolle spielt ob die Personen hetero oder homosexuell sind.
Schutz vor einer HIV-Infektion bietet hier nur Safer Sex, also eine unbedingte konsequente Anwendung von Kondomen. Bei der
Durchführung von Safer Sex besteht keine Möglichkeit dass infektiöse Flüssigkeiten wie Blut, Vaginalsekret,
oder auch Sperma auf verletzte, bzw. erkrankte Haut, oder die Schleimhäute gelangt. Bei dem Vaginal- oder Analverkehr
müssen also unbedingt Kondome verwendet werden, um ein großes Infektionsrisiko des Partners zu vermeiden, da beim
Intimverkehr immer kleinere oder auch größere Verletzungen entstehen können. Wird der Oralverkehr
praktiziert, so muss unbedingt darauf geachtet werden dass kein Vaginalsekret oder Sperma auf die Zunge, die Lippen, oder
die Mundschleimhaut gelangt. Küssen ist hier vollkommen unbedenklich, da es sich bei HIV nicht um eine Tröpfcheninfektion
handelt. Werden diese bestimmten Vorsichtsmaßnahmen eingehalten, so ist ein Zusammenleben mit einem Infizierten Menschen
vollkommen unbedenklich.
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