Rheuma
Rheuma ist eine Erkrankung des Bewegungsapperates und betrifft die Wirbelsäule, Knochen, Gelenke und auch Weichteile wie Muskulatur und Sehnen. In einigen Fällen können auch Organe befallen werden wie z.B. Herz, Lungen, Nieren oder Augen. Rheuma unterscheidet mittlerweile bis zu 400 einzelne Erkrankungen und diese sind in vier Hauptgruppen aufgeteilt.
Entzündlich-rheumatische Krankheiten sind z.B. Arthritis, Morbus Bechterew und Psoriasis Arthritis
und betreffen die Gelenke. Durch psychische Belastung, Erreger oder durch eine angeborene Veranlagung
kommt es zu einer Fehlreaktion des Immunsystems. Auch das Bindegewebe oder Gefäße können
angegriffen werden. In jedem Alter kann man von der Krankheit befallen werden, laut Statistik zwischen
30 und 50 und vor allem Frauen trifft es weitaus häufiger als Männer. Es beginnt mit
Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, erhöhte Temperatur und Missempfinden. Es
entstehen Verformungen der betroffenen Stellen und Knorpelzerstörung.
Die Diagnose wird durch Schilderung der Probleme gestellt, aber erst eine anschließende Blutuntersuchung
sichert den Befund. Die Krankheit kann Schubweise verlaufen und die Organe können in Mitleidenschaft
gezogen werden, doch durch eine Therapie und Medikamente kann sie aufgehalten werden. Bei Morbus Bechterew
liegt eine Entzündung der Wirbelsäulen-, Lehnen-, Brustwirbel- oder des Kreuzdarmbeingelenks vor.
Die ersten Symptome zeigen sich im Alter zwischen 20-25 doch der eigentliche Ausbruch der Krankheit liegt
meist nach dem 40. Lebensjahr. Stumpfe Schmerzen, morgendliche Steifheit, die durch Bewegung gelindert
wird sind die ersten Anzeichen. Doch schon nach kurzer Zeit hält der Schmerz an. Auch das erschwert
die Diagnose, die sich meist über mehrere Jahre dahin zieht. Erstmal müssen andere Krankheiten
ausgeschlossen werden, wie z.B. Osteoporose, bakterielle Entzündungen, Tumore oder Bandscheibenvorfall.
Bei Frauen verläuft Morbus Bechterew nicht so schwer wie bei Männern. Nach längerem Verlauf
kommt es zur Schädigung des Knochenmarks, das Gelenk versteift. Bei unbehandeltem Zustand können
die Knochen leichter brechen, was beim Rücken zu Rückenmarksverletzungen führen kann. Die
Lebenserwartung ist umstritten, aber durch Atem-, oder Aorteninsuffizienz oder Blutungen im oberen Darm
ist eine Verkürzung zu erwarten.
Der bekannteste Vertreter der Degenerativen- rheumatischen Erkrankung ist die Arthrose. Eine Verschleißung
der Gelenke, oft an der Hüfte oder den Knien zu finden. Sie entsteht durch Fehl- oder Überbelastung,
Alterung, Bewegungsmangel, Übergewicht, genetische Veranlagung oder Unfall mit Knochenbrüchen.
Die Symptome sind meistens langsam schleichend unter anderem mittlere Schmerzen bei bestimmten Bewegungen,
Schwellungen, Nacht- und Ruheschmerzen und Rückenschmerzen. Über längere Zeit treten dann
Gelenkdeformationen, Änderungen in Haltung und Gang auf. Die Diagnose wird durch die Schilderung gestellt
und durch Röntgen und CT sichergestellt. Durch verschiedene Medikamente und Bewegungstherapie wie
Fahrrad fahren oder schwimmen können Verbesserungen eintreten. Die letzte Instanz ist die Prothese
wobei das gesamte Gelenk ersetzt wird. Dieses muss aber ca. alle 15 Jahre erneuert werden.
Rheumatische Erkrankungen in den Weichteilen sind Schmerzen in der Muskulatur und Sehnen, sie gehen einher
mit Erschöpfbarkeit, und verminderte Belastbarkeit. Die Fibromyalgie z. B. tritt meist im mittleren
Lebensalter auf und auch hier sind Frauen viel stärker betroffen als Männer. Die Symptome sind
Schlafstörungen, Müdigkeit tagsüber, migräneartige Kopfschmerzen, Reizdarm und
–Blase, Stressintoleranz, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und Muskelschwäche.
Kann durch dem Gefühl der Machtlosigkeit und Hilfebedürfnis zu Depressionen führen. Leider
kann keine richtige Diagnose gestellt werden, da keine Entzündungen oder Veränderungen der Gelenke
oder Gefäße bestehen. Auch die Ursachen sind noch ungeklärt. Eine Hormonveränderung
wurde schon entdeckt und das es mit dem Nervenbotenstoff Seratonin zusammenhängt, aber zu einem
richtigen Ergebnis führt es nicht. Bei vielen Patienten wurde durch die Psychologische Therapie ein
Trauma festgestellt, z.B. durch Misshandlung, Missbrauch oder emotionale Vernachlässigung.
Durch Stoffwechselstörungen verursachte rheumatische Erkrankung ist unter anderem die Gicht. Eine
Veranlagte oder Ernährungsbedingte Störung des Harnsäurestoffwechsels. Die Symptome treten
als plötzlich starke Schmerzen des Gelenkes auf, auch bei Berührung, starke Schwellungen, Fieber.
Beim Arzt wird bei der Diagnose an hand der Harnsäurewerte und der vermehrten weißen
Blutkörperchen festgestellt. Bei unzureichender Behandlung können Schädigungen der
Knorpel und der Niere auftreten, bis hin zur Niereninsuffiziens. Die Medikamente können leider
nur die Symptome und Schmerzen bekämpfen. Purinreiche Nahrung sollte gemieden werden z.B. Forellen,
Hering, Grillhähnchen, Fleischbrühe und Bäckerhefe, da es vom Körper als Harnsäure
abgebaut wird.
Behandlung von Rheuma
Therapien können nicht nur durch die verschiedenen Krankheiten variieren, sondern sind von Person
zu Person unterschiedlich. Gegen die Schmerzen werden verschiedene Kortison- und nicht Kortisonhaltige
Medikamente verschrieben und auch die Kältetherapie kann Linderung verschaffen. Ergotherapie und
eine psychologische Gesprächstherapie begleiten die Menschen durch den Prozess der Besserung.
Eine Vollständige Genesung ist heutzutage noch nicht in Sicht, aber manche schweren Verläufe
können schon gestoppt werden und die Lebensqualität verbessert werden. Eine frühe Diagnose
ist wichtig, damit die Beweglichkeit verbessert werden kann oder manche Symptome gehemmt werden können.
Bei Operationen wird zwischen zwei Arten unterschieden. Zuerst „vorbeugende Eingriffe „.
Knorpelgewebe und Sehnen die noch intakt sind werden gestützt um die Funktion zu erhalten und den
Krankheitsverlauf zu verzögern. Der „wiederherstellende Eingriff „ ist dazu da um Schmerzen
zu lindern und die Gelenke zu verbessern. Bei der Schlüsselchirugie wird durch einen kleinen
Schnitt entzündliches Gewebe entfernt z. B. am Knie, Ellenbogen oder Schulter. Diese Eingriffe
sind weniger belastend.
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