Rückenschmerzen
Die Wirbelsäule besteht aus drei Abschnitten, der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule.
Zwischen den Wirbeln befinden sich die Bandscheiben, die mit ihrem Gallertkern Stöße bei
Bewegungsabläufen ausgleichen und dämpfen. Sind die Bandscheiben abgenutzt und verschlissen
kommt es zu starken Schmerzen.
Ein Badscheibenvorfall kann beispielsweise bereits durch eine falsche Bewegung, ein unabsichtliches Verrenken
oder durch falsches Heben hervorgerufen werden. Der äussere Faserring und der Gallertkern der Bandscheibe
werden beschädigt und es treten heftige Schmerzen auf. Sie können das Gesäß und die Beine
mit einbeziehen und es können sogar Gefühlsstörungen, Lähmungen und eine Schwäche
in der Beinmuskulatur auftreten.
Mittlerweile gelten Rückenschmerzen als Volkskrankheit da immer mehr Menschen von diesen Beschwerden
betroffen sind. Laut Statistik sind Schmerzen im Rückenbereich der zweihäufigste Grund für
Patienten, einen Arzt aufzusuchen. Dabei trifft es junge und alte Menschen gleichermaßen.
Für den Arzt ist es meist recht schwierig, die Gründe für die Rückenschmerzen heraus
zu finden, denn die Ursache des Schmerzes muss nicht zwangsläufig auch im Rückenbereich liegen.
Die Schmerzen können plötzlich und abrupt auftreten, sie können sich extrem verschlimmern
oder nur bei körperlicher Bewegung spürbar sein. Manchmal treten sie tagsüber auf, in
vielen Fällen entstehen die Schmerzen aber auch erst nachts, in der Ruhephase des Körpers.
Diese Informationen sollten dem Arzt mitgeteilt werden.
Grundsätzlich kann zwischen zeitweisen Rückenschmerzen, die nach einigen Wochen von allein
verschwinden, wiederkehrenden Rückenschmerzen, die nach gewissen Zeiträumen immer wieder
auftreten und chronischen Rückenschmerzen, die ständig vorhanden sind, unterschieden werden.
In den beiden letzten Fällen ist es unbedingt erforderlich, der Erkrankung auf den Grund zu gehen.
Bei älteren Menschen können Rückenschmerzen durch Verschleiß und Abnutzung
(Degeneration) entstehen oder auch durch entzündliche Erkrankungen wie beispielsweise die
Osteoporose (Knochenentkalkung). Ein fataler Teufelskreis entsteht, wenn der Betroffene wegen der
starken Schmerzen eine Schonhaltung einnimmt, um diese zu lindern. Durch diese Schonhaltung kommt
es nach einiger Zeit zu einer Muskelverspannung, die wiederum Rückensmerzen nach sich zieht.
Die Ursachen der Schmerzen können u.a. durch eine Abnormität an den Bandscheiben, durch
einen eingetreten Bandscheibenvorfall oder durch einen Hexenschuss hervorgerufen werden. Der
Hexenschuss macht sich durch einen plötzlichen stechenden Schmerz im Lendenbereich bemerkbar.
Die Schmerzen strahlen im Körper aus und verursachen eine fast totale Bewegungsunfähigkeit.
Der Gang zum Arzt ist nicht zu umgehen.
Eine Instabilität der Wirbelsäule, eine nicht auskurierte Rippenfellentzündung aber
auch Darmerkrankungen, Gallenkoliken oder Probleme mit Nieren und Blase können ebenfalls
Auslöser für Rückenschmerzen sein. Menschen mit einem Hohlkreuz oder einem
Hohlrücken oder solche mit einer schwach ausgeprägten Rückenmuskulatur haben
in der Regel wesentlich häufiger mit Rückenschmerzen zu tun. Als „mechanische
Ursache“ für Rückenschmerzen werden z. B. eingeklemmte Nerven verantwortlich
gemacht. Auch kann es nach einer Bandscheibenoperation während des Heilungsprozesses zu
Verwachsungen im Narbengewebe kommen, wodurch starke Schmerzen ausgelöst werden. Auch Tumore
können für Rückenschmerzen verantwortlich sein.
Nach einem Autounfall können Verletzungen im Wirbelbereich auftreten. Ein erlittenes
Schleudertrauma kann zu Verschiebungen von Wirbelkörpern, oder Wirbelbrüchen und
auch zu Nervenwurzelabrissen führen. Auch dadurch treten sehr starke Rückenschmerzen auf.
Behandlung von Rückenschmerzen
Durch zu langes und die Wirbelsäule belastendes Sitzen in der Schule, am Arbeitsplatz,
vor dem Fernseher oder am Computer können Fehlstellungen eingenommen werden. Diese rufen
u. U. Haltungsschäden hervor, die wiederum zu schmerzhaften Rückenschmerzen führen.
Dazu kommen noch Rückenschmerzen psychosomatischer Natur. Sie werden beispielsweise ausgelöst
durch Depressionen, durch das Gefühl einer ständigen Überlastung oder einer seelischen
Unausgeglichenheit. In solchen Fällen sind Sitzungen bei einem Psychotherapeuten sinnvoll, der
durch Verhaltenstherapien eine Linderung und auch Beseitigung der Beschwerden erwirken kann.
Die Art der Behandlung richtet sich nach der Erkrankung und den Beschwerden des Patienten. Liegen
gegebenenfalls organische Ursachen vor, kann eine umfangreiche, klinische Untersuchung nötig
werden. Dabei wird festgestellt, ob eventuell eine anatomische Längendifferenz der Beine vorliegt,
ob ein Rippengelenk beeinträchtigt ist oder gar eine Wirbelsäulendeformierung oder eine
Wirbelsäulenverkrümmung Auslöser sind. Mit Hilfe der Computertomographie werden
dreidimensionale Röntgenbilder erzeugt. Es werden Schichtaufnahmen aus verschiedenen Richtungen
aufgenommen, um die genaue Ursache der Beschwerden heraus zu finden. Durch die Magnetresonanztomographie
können Strukturen im Innern des Körpers bildlich dargestellt werden, wodurch Veränderungen
der Organe erkennbar und eine Organbeurteilung ermöglicht wird.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Bekämpfung der Beschwerden sind Krankengymnastik und
gezielte Rückentrainingsprogramme. Sehr angenehm und durchaus effektiv sind Massagen und Fango-
Packungen, die für eine Entspannung und eine bessere Durchblutung der Wirbelsäule sorgen.
Auch Joga, autogenes Training und Elektromassage haben sich bei der Schmerzbehandlung bewährt.
Ausserordentlich wichtig ist, den Patienten in die Behandlung aktiv mit einzubeziehen. Nur dann wird
er sich auch im Alltag körpergerecht bewegen, sich körperbewusst verhalten und Fehlhaltungen vermeiden.
Bereits im Vorfeld lassen sich Aktivitäten im täglichen Leben einbauen und auch kleine
Änderungen vornehmen, die den Rücken entlasten und sogar unterstützen. Übergewicht
sollte möglichst vermieden werden. Eine aufrechte Haltung stärkt den Rücken. Beim
Bücken stets in die Knie gehen und beim Heben schwerer Laste darauf achten, dass nicht der
Rücken sondern die Oberschenkeln belastet werden. Wer täglich lange am Schreibtisch sitzt,
sollte beim Kauf eines Schreibtischstuhles auf eine ergonomische Form achten. Der Stuhl muss stets
optimal eingestellt sein. Zwischendurch sind Pausen zu empfehlen, in denen man aufsteht etwas umhergeht
und vielleicht einige gymnastische Übungen durchführt. Als Sportarten sind Schwimmen, Tennis,
Squash und Rudern zu empfehlen. Eine gute nicht zu weiche Matzratze und ein Nackenkissen verhelfen zu
erholsamem Schlaf und sorgen für eine Regeneration der Wirbelsäule und Bandscheiben. Vorbeugen
ist besser als Heilen.
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