Schlafstadien und Schlafstörungen
Schlaf wird definiert als normaler, regelmäßiger, wiederkehrender Ruhezustand vieler Lebewesen, bei dem
im Vergleich zum Wachzustand die physiologischen Vorgänge wie Kreislauf, Atmung und Puls verlangsamt sich
und der Organismus schwächer auf äußere Reize reagiert. Lange Zeit betrachtet man den Schlaf ausschließlich
als Verhaltenszustand. Heute bezieht man in die Definitionen des Schlafes aber auch noch gehirnphysiologische
und organische Besonderheiten ein. Dazu gehören bestimmte Gehirnstrommuster, die im Schlaf regelmäßig auftreten
und die man durch Elektroenzephalographie aufzeichnen kann und körperliche Veränderungen verschiedener Art
beobachten kann.
Die Schlafstadien:
Schlafstadium 1
In dem so genannten Einschlafstadium sind die Hirnströme noch so aktiv wie im Wachzustand, aber die für den
Wachzustand typischen Alphawellen sind beim Menschen ganz verschwunden. Das äußert sich für den Einschlafenden
wie folgt: Die Gedanken des Einschlafenden zerfließen langsam, entspannte Bilder vom Tag oder harmlose
Halluzinationen oder bewegende Traumbilder treten auf. Bei einigen treten auch regelmäßige Augenbewegungen
auf. Der Einschlafende ist in diesem Zustand noch sehr leicht weckbar, das Gehirn nimmt immer noch die Reize
der Umwelt auf und verarbeitet diese immer noch.
Schlafstadium 2
Der 2. Teil der Schlafstadien macht den größten Teil des Schlafes aus. Er tritt als typischen Erscheinungen
wie die Schlafspindeln und K-Komplexe in den Hirnströmen auf. Der Schlafende reagiert nicht auf Reize seiner
Umwelt, da die K-Komplexe des Gehirns den Reiz sofort unterdrücken. Die Atmung und der Puls werden langsamer
und regelmäßiger.
Schlafstadien 3
Im 3. Teil der Schlafstadien beginnt die Zunahme der Deltawellen und Thetawellen in der Hirnstromkurve.
Schlafstadium 4
Der 4. Teil der Schlafstadien ist der Teil des eigentlichen Tiefschlafes, Forscher sind der Meinung, dass sich
in diesem Stadium des Schlafes der besonders erholsame Schlaf stattfindet. Im Blut des Schlafenden ist eine
deutliche erhöhte Ausschüttung der Wachstumshormone nachweisbar. Die Körpertemperatur sinkt und die
Stoffwechselfunktion verlangsamt sich. Der Schlafende ist jetzt nur noch schwer zu wecken. In diesem Stadium
können die Alpträume und das so genannte Schlafwandeln auftreten. Die Inhalte dieser Alpträume oder des
Schlafwandelns können nach dem Aufwachen meist nicht mehr vom Schlafenden erzählt und erklärt werden.
Schlafstadium 5
Im 5. Teil der Schlafstadien, dem so genannten REM oder paradoxem Schlaf, treten die schnellen, ruckartigen
Augenbewegungen auf. Daher auch der Name REM – Schlaf: Rapid-Eye-Movement. Während die Muskulatur des Körpers
völlig erschlafft ist, steigert sich die Atmung und der Puls. In diesem Schlafstadium ist das vegetative
Nervensystem aktiv, was bei Männern zur Erektion und bei Frauen zu einer erhöhten Durchblutung der Geschlechtsorgane
führt. Wird der Schlafende in diesem Stadium geweckt, kann er sich meist noch an die Inhalte des Traumes erinnern.
Schlafstörungen:
In drei viertel aller bekannten Fälle hat die Schlaflosigkeit psychische Ursachen. Nach Erlebnissen die einem
Angst machen wie z.B. der Tod eines Angehörigen, der Aufbau des Arbeitsplatzes, bevorstehende Prüfungen und
Tests. Aber auch akuter oder dauerhafter Stress körperlicher und seelischer Art kann zu Schlafstörungen führen.
In vielen Fällen stellt sich der Körper auf diese Situation ein und ermöglicht einen kurzen Schlaf. In manchen
Fällen führen diese körperlichen und seelischen Belastungen zu einer chronischen Schlaflosigkeit. Ängste,
Neurosen und Psychosen können Störungen des Schlafes bewirken. Um die genaue Ursache der Schlaflosigkeit
zu erkennen bedarf es einer genauen Diagnose, die von einem Facharzt festgestellt werden kann.
Autor: Rainer Böttger
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