Was ist Alzheimer?
Die Krankheit Alzheimer wurde 1907 erstmals öffentlich beschrieben. Alzheimer wird durch einen
fortschreitenden Verlust von Zellen im Gehirn ausgelöst. Dieser verlust führt zu einer immer langsamer
arbeitenden Funktion des Hirns, dabei sterben ganze Gruppen von Nervenzellen bis das Gehirn ganz versagt.
Zugleich findet ein Abbau von körpereigenen Substanzen statt, die den Austausch von Informationen
zwischen den Gehirnzellen gewährleisten.
Es ist nicht bekannt weshalb und wie diese krankhaften Veränderungen ausgelöst werden. Der Abbau
geschieht in Hirnregionen, die wichtige geistige Funktionen wie Gedächtnis, Sprache, Planen, Handeln
und die räumliche Orientierung steuern. Mit der Zeit verstärken sich die Symptome der Krankheit, und
ständig kommen neue hinzu. Die Krankheitsdauer zieht sich im Durchschnitt 7-9 Jahre hin.
Schätzungsweise 8 Prozent der über 65-Jährigen sind von Alzheimer oder einer anderen Demenzkrankheit
betroffen. Mit zunehmendem Lebensalter, steigt auch das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Alzheimer
kann bereits im frühen Erwachsenenalter auftreten. Von dieser Frühform sind Menschen zwischen dem 30.
und dem 50. Lebensjahr betroffen. Diese Form wird genetisch vererbt und macht etwa 10 Prozent der
Alzheimer-Demenzen aus. Es kommt häufig vor, dass mehrere Familienmitglieder an der Frühform erkranken.
Erklärung Demenz
Es sind mehr als fünfzig Erkrankungen bekannt, die sich sehr ähnlich äußern wie Alzheimer. Demenz
ist die generelle Bezeichnung für solche Krankheiten. Bei allen treten Verluste des Erinnerungsvermögens
zusammen mit anderen Funktionsstörungen des Gehirns auf. Beides zusammen führt zum Verlust der Selbständigkeit.
Die Alzheimerkrankheit ist die häufigste Form der Demenz ca.50%. Ebenfalls häufig ist die vaskuläre Demenz
ca.18%. Oft liegen Mischformen vor. Das größte Risiko, an einer Demenz zu erkranken, ist das Alter. Nicht
jede Gedächtnisst%ouml;rung ist eine beginnende Demenz! Auch beim Älterwerden verändert sich die geistige
Leistungsfähigkeit. Die langsamere Geschwindigkeit, mit der das Hirn die aufgenommenen Informationen
verarbeitet, wirkt sich auf die Lern- und Speicherfähigkeit aus. Deswegen sind ältere Menschen oft vergesslich
und haben das Gefühl, an einer beginnenden Demenz zu leiden. Mittels neuropsychologischer Testverfahren
lässt sich eine altersbedingte Gedächtnisstörung jedoch klar von einer beginnenden Demenz abgrenzen.
Vaskuläre Demenz
Die vaskuläre Demenz ist die zweithäufigste Form der Demenz ca.18%. Sie entsteht durch arteriosklerotische
Veränderungen der Hirngefäße, was zu Minderdurchblutungen im Gehirn führt. Dies bewirkt ein Absterben
kleinster Hirngebiete bei Mikro-Infarkten oder ganzer Hirnareale bei größeren Durchblutungsstörungen
(Hirn-Infarkt). Viele Mikro-Infarkte geschehen ganz unbemerkt. Hauptsymptome: plötzliches Auftreten
kognitiver Störungen im zeitlichen Zusammenhang mit einer vaskulären Erkrankung, vermehrte
Stimmungsschwankungen, fluktuierender Verlauf und schrittweise Verschlechterung.
Reversible Demenzformen
Bestimmte Formen der Demenz ca.10% sind die Folge körperlicher und psychischer Krankheiten und nicht einer
definitiven Schädigung des Gehirns. Es handelt sich dabei um Begleitsymptome, welche sowohl bei körperlichen
als auch bei psychischen Krankheiten entstehen. Wichtigste Ursachen von demenzähnlichen Symptomen sind
Depressionen, hormonelle Störungen, Unterernährung, Stoffwechselstörungen, Alkohol- und
Medikamentenunverträglichkeit, psychischer Stress. Durch Behebung der auslösenden Faktoren kann der
geistige Zustand wieder normalisiert werden.
Erkennung und Diagnose von Alzheimer und Demenz
Es braucht immer eine sorgfältige Abklärung, damit eine altersbedingte Gedächtnisstörung von einer
beginnenden Demenz abgegrenzt und damit die richtige Diagnose gestellt werden kann. Das ist die
Voraussetzung für eine optimale Therapie. Je früher Demenz erkannt wird, desto besser. Zwar gibt
es bis heute keine Behandlung, die Demenz verhindern, aufhalten oder heilen könnte. Aber es gibt
Mittel und Wege, den Abbau von Hirnzellen zu verlangsamen. Das ermöglicht ein Leben in Würde.
Früherkennung bei Demenz erlaubt den Einsatz von Behandlungen zum besten Zeitpunkt. Im Mittelpunkt
stehen heute medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieansätze. Sie können die Symptome mildern
und den Fortgang der Krankheit verzögern. So bleibt der kranke Mensch länger selbständig. Daher ist
Früherkennung sehr sinnvoll.
Die richtige Diagnose schafft auch Verständnis bei Angehörigen und Umwelt. Nur wer seine Diagnose kennt,
kann vom bestehenden Versorgungs- und Beratungsangebot profitieren. Tatsache ist, dass die zwei Drittel
der Demenzfälle nicht diagnostiziert werden!
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