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Informationsportal24 - Aktuelle Nachrichten

 

Die Maul - und Klauenseuche

Die Maul- und Klauenseuche ist neben dem BSE-Erreger, eine der gefährlichsten Krankheiten für die Wirtschaft. Tritt ein Verdachtsfall von MKS auf, werden in den anderen umliegenden Ländern Importverbote verhängt, durch diese Importverbote entstehen dem betroffenen Land sehr hohe Handelsverluste.

Übertragen wird die Maul- und Klauenseuche durch das Aphten-Virus, welches zur Gruppe der Picornaviren gehört. Der Virus befällt vor allem Klauentiere, zu denen Schafe, Ziegen, Büffel, Rinder, und das Rot- und Dammwild gehören. Der Erreger ist extrem infektiös und für ein erkranktes Tier äußerst schmerzhaft. Für Jungtiere verläuft die Krankheit in der Regel meist tödlich. Zurzeit gibt es noch keine Therapie gegen diesen Virus.  Eine Übertragung auf den Menschen ist selten, der Virus löst bei einer Ansteckung nur sehr schwache Symptome aus. Aufgetreten ist eine Übertragung vor allem bei Menschen, die mit infizierten Tieren in engen Kontakt getreten sind. Darunter zählen zum Beispiel: Tierärzte, Schlachter und Melker. Jedes Anzeichen auf die Krankheit der Maul- und Klauenseuche ist nach dem Tierseuchengesetz meldepflichtig, eine Meldung kann bei jedem Veterinäramt und jeder Polizeidienststelle erfolgen.

Im Verdachtsfall der MKS müssen sofort alle Tiere gesondert gehalten werden. Tiere die bereits verendet sind müssen sorgfältig aufbewahrt werden. Kein Tier darf Kontakt zur Außenwelt haben und die befallenen Ställe dürfen nur noch mit Schutzkleidung betreten werden. Die Erzeugnisse der Tiere wie Milch oder ähnlichem dürfen nicht mehr an die Wirtschaft abgegeben werden. Alle Stalleingänge und Zufahrten müssen desinfiziert werden.

Schon im 18. Jahrhundert ist die Maul- und Klauenseuche aufgetreten und war als eine sehr bedrohliche Tierseuche bekannt. Durch die damalige begrenzte Mobilität der Menschen konnte sich die Krankheit nicht schnell genug übertragen und war somit in der Ausbreitung lokal begrenzt.  Bauern haben damals beim Ausbruch der Seuche dafür gesorgt, dass ihre eigenen Tiere sich nach Möglichkeit gleichzeitig anstecken, dadurch haben sie die Seuche zeitlich begrenzt. Das die Tiere dabei starben nahmen sie in Kauf um eine lang andauernde, schleichende Seuche zu vermeiden.

In der heutigen extrem globalen und mobilen Welt hat der Ausbruch dieser Seuche wesentlich schlimmere Folgen, was sich am Ausbruch der MKS in der BRD in den Jahren von 1950 bis 1988 deutlich zeigt.  1951 waren 154.404 Höfe, 1952   64.372 Höfe, 1962  11.265 Höfe, und 1965 noch 19.942 Höfe von der MKS betroffen. Erst seit 1989 gilt die Bundesrepublik Deutschland als MKS frei. Um die Seuche in ganz Europa in den Griff zu bekommen wurden flächendeckende Impfungen eingeführt. Diese Impfungen erfolgten bis 1991, in diesem Jahr wurde die Europäische Union als MKS frei erklärt und das eingeführte Impfprogramm gestoppt.

In Großbritannien wurden auf dem Höhepunkt der Maul- und Klauenseuche im Jahre 1966 und 1967 täglich bis zu 80 Tiere infiziert, hierbei waren insgesamt 2.346 Höfe betroffen. Insgesamt wurden hier 433.990 Schafe, Ziegen, Rinder und Schweine infiziert und getötet.

Im Jahre 1997 brach die Seuche in Taiwan aus, und verbreitete sich innerhalb weniger Tage über die gesamte Insel. Insgesamt wurden 6.134 Tierbestände mit mehr als 4,5 Millionen Schweinen, von denen 1 Million erkrankte, betroffen. Seit diesem explosionsartigen Ausbruch der MKS ist der Handel mit Schweinen in Taiwan fast vollständig zusammengebrochen, die daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen sind bis heute immens.

Im Jahre 2001 brach die Seuche erneut aus, und infizierte sehr schnell das gesamte Land. Wochenlange Quarantäne war die Folge. Auf Scheiterhaufen mussten mehr als 100.000 Tiere verbrannt werden. Eine Ausbreitung erfolgte nach Frankreich, Irland und bis in die Niederlande. Die BRD blieb von der Seuche zum Glück damals verschont. Im Mai des Jahres 2001 konnte die Seuche vernichtet werden.



Entstehung und Übertragung der Maul - und Klauenseuche

Der Erreger ist ein Virus, der den deutschen Namen Maul- und Klausenseuche-Virus trägt. Dieser wird auch als Aphtenvirus bezeichnet. Er stammt aus der Gruppe der Picornaviren  (pico bedeutet klein). Picornaviren sind die zurzeit kleinsten bekannten RNA-Viren die einen Durchmesser von 20-30 nm haben. Abgetötet wird der Erreger bei Hitzeeinwirkung mit Temperaturen über 56 Grad Celsius und ist außerdem säureempfindlich.

Übertragen wird der Virus durch den Speichel, aber auch durch geplatzte Aphten bei infizierten Tieren. Aphten sind kleine infektiöse Bläschen, ähnlich der Herpesinfektion im Mundbereich beim Menschen. Noch nicht infizierte Tiere nehmen den Virus vor allem über den Nasen- und Mundbereich auf. Tierprodukte wie Milch und Fleisch können ebenfalls den Virus übertragen und zu Infektionen führen.

Die Inkubationszeit, die Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Erkrankung, beträgt bei Rindern 2-7 Tage, bei Ziegen und Schafen 2-14 Tage und beim Schwein zwischen 2-12 Tagen.

MKS ist eine hoch ansteckende,  akute Viruserkrankung von Klauentieren und wird über die Milch,  das Fleisch,  das Futter, sowie über die Kleidung von Menschen übertragen.  MKS ist eine typische Zwischenträgerseuche und kann trotz niedrigen Temperaturen übertragen werden.

Selbst oder einer Austrocknung kann die Seuche auch noch nach Monaten weiter gegeben werden. Durch die Widerstandsfähigkeit von MKS, vergrößert sich hier auch eine Ansteckungsgefahr. Eine Übertragung der Seuche ist noch nach Monaten möglich, die Viren überleben zum Beispiel in Abfällen, im Abwasser, auf Kleidung, im Stroh oder Heu etc.



Symptome der Maul - und Klauenseuche

Die Symptome die sich bei einer Infektion zeigen, sind bei Rindern, Schafen, und Schweinen teilweise unterschiedlich. Gemeinsame Symptome sind die Bildung von Bläschen  (Aphten), die an den Schleimhäuten im Maulbereich entstehen. Zeitgleich entwickeln sich Blasen an den Klauen.

Bei Milchtieren sind außerdem die Euter und Zitzen betroffen, die Milchproduktion sinkt schlagartig. Die Erkrankung breitet sich später auch über die Speiseröhre bis in den Magen aus, die betroffenen Tiere leiden meist unter starken Schmerzen und stellen das Fressen ein. Durch die Blasenbildung an den Klauen stehen betroffene Tiere nicht mehr auf oder zeigen beim Aufstehen starke Schmerzen. Schweine bewegen sich nur noch rutschend über den Boden und Schafe beginnen zu lahmen. Bei älteren Tieren endet die MKS selten tödlich. Junge Tiere, vor allem Rinder versterben häufig an akutem Herzversagen oder an den Folgen einer Herzmuskelentzündung. Bei Schweinen verenden Ferkel meist ohne jegliche Anzeichen der MKS.

Diagnostiziert werden kann die MKS durch die typisch auftretenden Bläschen im Maulbereich, hohes Fieber, Fressunlust oder einen auffälligen Speichelfluss. Eine abschließende Diagnose erfolgt über einen Virus- und Antikörpernachweis. Ein Verdacht auf MKS muss unverzüglich gemeldet werden.



Behandlung der Maul - und Klauenseuche

Eine therapeutische Maßnahme gegen die Maul- und Klauenseuche gibt es noch nicht. Tiere mit dem Verdacht auf eine Erkrankung werden in der Regel sofort getötet auch erwachsene Tiere, die die Krankheit meist überleben. Bei jungen Tieren besteht eine sehr hohe Todesrate. Werden die infizierten Tiere nicht getötet, tragen sie in vielen Fällen eine Schädigung des Herzmuskels davon.

Bis 1992 wurden Tiere gegen bis dahin drei bekannte und verbreitete Arten der MKS innerhalb der EU flächendeckend geimpft. Diese Impfungen haben dafür gesorgt, dass diese bekannten Seuchentypen in Europa praktisch verschwunden sind. Die Formen der MKS sind jedoch (ähnlich wie der Grippe-Virus) in der Lage sich im Laufe der Zeit zu verändern, sie passen sich dem Impfstoff an. Eine Impfung ist also nur sinnvoll, wenn er gezielt auf den neu entstandenen Seuchenstamm entwickelt wird. Aufgrund der möglichen Veränderung des Virus hat man auf eine flächendeckende Impfung in der EU abgesehen. Ein weiterer Grund war, dass geimpfte und auch infizierte Tiere aufgrund der Bildung von Antikörpern nicht eindeutig unterschieden werden können. Für den Notfall gibt es Impfstoffe, die zum Schutz von Tieren verwendet werden können.

Alle vorbeugenden Maßnahmen gegen die Maul- und Klauensuche, erfolgen in Deutschland nach dem Tierseuchengesetz und der daraus hervorgehenden Rechtsverordnung, der so genannten MKS - Verordnung. Ein betroffener Betrieb kann vollständig gesperrt werden. Um den Betrieb, in einem Radius von 3 Kilometern kann ein Sperrbezirk eingerichtet werden. Nach Bedarf kann um den Hof eine Beobachtungszone von 10 Kilometern und eine weitere ausgeweitete Schutzzone errichtet werden. Personen und Gegenstände werden aufgrund der Säureempfindlichkeit des Erregers mit Zitronen- oder Ameisensäure oder Formaldehyd desinfiziert, um alle Erreger zu inaktivieren. Diese Desinfektion erfolgt meist durch Desinfektionsbäder oder durch spezielle Matten über die man laufen oder fahren muss. Die Einfuhr von potentiellen Virusträgern  (bis zu Lebensmitteln für den persönlichen Bedarf) kann untersagt werden.



Ansteckungsmöglichkeiten für den Mensch

In einigen Fällen kann auch ein Mensch an der Maul- und Klauenseuche erkranken, für den Virus stellt er einen so genannten Fehlwirt dar. Beim Menschen verläuft die Krankheit in der Regel harmlos. Antikörper waren hierbei nachweisbar ohne, dass bemerkbare Symptome aufgetreten sind. Zu den leichten Symptomen kann die Bläschenbildung im Mund- und Rachenraum und leichte Entzündungen gehören. Der infizierte Mensch kann aber als Virusträger andere Tiere anstecken.

Die MKS ist leicht übertragbar und verbreitet sich in der Regel sehr schnell, die Erkrankungsraten in einem Tierbestand sind meist sehr hoch. Bei Jungtieren, die an den bösartigen Verlaufsformen erkranken, liegt die Sterblichkeitsrate bei 70%. Bei älteren Tieren liegt die Sterblichkeit bei unter 5%.

 

Autor: Simone Schmidt





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