Nachrichten gestern und heute.
Historisch gesehen wurden Nachrichten per Mund verbreitet, das heißt sie wurden unter der Bevölkerung weiter erzählt oder durch einen
Boten der Herrschenden auf dem Marktplatz verkündet. Die Menschen im Altertum waren mit Nachrichten beschäftigt von Menschen die sie
kannten. Nachrichten betrafen zu der Zeit meist nur die unmittelbare Umgebung in der die Menschen für die die Nachrichten bestimmt
waren lebten. Wurden Nachrichten aus entfernten Städten oder gar Ländern verbreitet waren diese meist Wochen lang oder sogar Monate
lang unterwegs. Obwohl die Nachrichten dann eigentlich nach unserem heutigen Begriff von Aktualität nicht mehr aktuell waren, war
die Bevälkerung im Altertum auch über diese Nachrichten sehr bestürzt oder sehr erfreut und machte diese Nachricht zum Tagesthema.
Heute haben sich unsere Erwartungen an aktuelle Nachrichten erhöht. Wir erwarten aktuell Nachrichten aus der ganzen Welt und wünschen
uns eine neutrale Berichterstattung. Gerade Nachrichten die wir über Fernsehen oder Radio empfangen sollten nach Möglichkeit
stündlich aktualisiert sein.
Wer einen Tag keine internationalen Nachrichten erfahren kann, fühlt sich in der heutigen Zeit schlecht informiert und hat das Gefühl
extrem wichtige Neuigkeiten verpasst zu haben. Durch moderne Übertragungswege sind wir es in der Zwischenzeit gewohnt bei
Naturkatastrophen wie Waldbränden oder Wirbelstürmen via Fernsehen dabei zu sein und erwarten stündlich neue Bilder aus entfernten
Regionen dieser Erde. Wir fiebern mit Menschen aus der ganzen Welt, die wir eigentlich nicht kennen und Diskutieren über Politiker
und Regierungen von Ländern die wir noch nie bereist haben. Dank moderner Satellitentechnik und unerschrockenen Korrespondenten vor
Ort sehen wir täglich die Kriegsschauplätze dieser Welt während wir gemütlich in unseren eigenen vier Wänden sitzen und unser Blick
wie gebannt den Bildern über Krieg und Leid folgt. Die Medien in der heutigen Zeit sind durch den Verwöhnten Endkunden permanent
unter Druck noch besser und schneller zu berichten als die Konkurrenz, wobei sich der Berichterstattungsstiel von Sender zu Sender
unterscheidet und auch von Korrespondent zu Korrespondent.
Oft stellt sich die Frage ob aktuelle Nachrichten tatsächlich immer mit Bildern untermalt werden müssen. Während im Altertum die
Menschen noch die Vorstellungsgabe hatten und ganz ohne die visuelle Untermalung Mitleid empfinden konnten, ist dies heute fast
unmöglich geworden. Mitleid ist in der heutigen Zeit nur mit grausamen Bildern zu erzeugen, da der durchschnittliche Konsument
von aktuellen Nachrichten schon einiges an visuellen Grausamkeiten gewohnt ist, versuchen sich Fernsehsender hier gegenseitig zu
übertrumpfen. So sehen wir Mütter die den Leichnam ihrer kleinen Kinder umklammern, total zerfetzte Körper von der Kriegsfront
und hungernde Kinder in Afrika. Die Überdosis dieser Grausamkeiten ist schon so groß, dass viele Menschen dieses Leid nicht mehr
erschüttert. Die neue Nachrichtenwelt sorgte schleichend für die Abstumpfung des Nachrichtenpublikums, was sich täglich in der
Bevölkerung bemerkbar macht. Mitleid für die täglichen kleinen Katastrophen die in direkter Umgebung passieren ist kaum noch da.
Alarmierend zeigt sich dies auch in den Zahlen an ehrenamtlichen Helfern die seit Jahren rückläufig sind. Man geht davon aus,
dass man Menschen vor Ort keiner Hilfe bedürfen, da es diesen ja im Verhältnis zu dem Elend was jedem Tag im Fernsehen gezeigt
wird relativ gut geht.
weitere Hintergrundinformationen:
Archäologische Funde in Teneriffa
Die Geschichte der Nachrichten
Wahl der Schule
Verkehrschaos in den Innenstädten
Alltagstipps für Freizeit und Hobby
|