Vorteile und Nachteile eines Onlineshop
So einfach und treffend beschreiben Internet-User den Hauptvorteil von Onlineshops. Und es ist wahr:
Ladenöffnungszeiten sind kein Thema mehr. Onlineshops sprießen wie Pilze aus dem Boden. Anstatt
ein geeignetes Ladenlokal zu suchen und dafür Miete und Nebenkosten zahlen zu müssen, errichtet der
Anbieter von Büchern, Pillen, Soft- und Hardware, Garten- oder Heimwerkerbedarf einfach auf seiner Webseite
ein virtuelles Regal, aus dem der Kunde sich rund um die Uhr bedienen kann. Je nach Art und Größe seines
Sortiments lässt der Händler sich von einer Webdesignagentur einen Internetladen auf dem Leib schneidern
– von wenigen hundert Euro bis mehreren tausend kann das kosten – oder baut ihn für kleines Geld selbst.
Fertige Programme nach dem Baukastenprinzip verleitet zu der Annahme, dass es genauso einfach ist, ein Geschäft
mit allen Konsequenzen zu führen wie der sekundenschnelle Upload der Artikelbeschreibungen.
Der Schwachpunkt dieses verlockenden Systems liegt eindeutig beim Betreiber. Auch die beste Software der Welt kann
weder fehlendes kaufmännisches Wissen ersetzen noch den Instinkt für das Handeln mit Waren oder das Anbieten
von Dienstleistungen. Wenn der frischgebackene Händler glaubt, sein Geschäft ließe sich mal eben so
nebenher erledigen, wird er meist schnell bittere gegenteilige Erfahrungen machen.
Beim Handel im Internet gibt es drei Hauptkriterien, die stimmen müssen: der Preis, die Schnelligkeit und die
Bequemlichkeit der Kunden. Aber welcher kleine Händler kann schon beim Preis mit Großanbietern mithalten?
Gibt sein Shop-System Auskunft über Verfügbarkeit und Lieferfristen? Und wenn es das kann, hat er dann
auch den Aufwand für die Pflege seines Shops mit einkalkuliert? Oder die Kosten der Rückläufer, die
bis zu 50% der Bestellungen ausmachen können?
Onlineshops im Überblick
Wer hat seinen Onlineshop so gut eingerichtet, dass nicht nur die gewünschten Produkte sofort gefunden werden,
sondern der potentielle Käufer überhaupt erstmal die Seite findet und sie dann nicht gleich wieder wegklickt,
weil riesige Grafiken mit endlosen Ladezeiten oder blinkende Scripts gesäumt von hohlen Phrasen den Zugang zu den
Artikel erschweren? Wie gesagt, das Internet ist ein schnelles Medium und dessen Nutzer sind es auch! In Bruchteilen
von Sekunden ordnet der Käufer den Shop als seriös oder wenig Vertrauenserweckend ein. Die Höhe dieser
Schwelle mag von Kunde zu Kunde variieren, aber der Grundsatz bleibt: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite
Chance. Vergeigt ist vergeigt. Wer einmal einen Onlineshop verlassen hat, weil er sich von den mittelmäßigen
Programmierkünsten genervt fühlte, die dort jemand ausgetobt hat, die Stelle mit den Versandkosten nicht fand
oder die Rechtschreibung der Texte als Urheber der Seite einen 13-jährigen Hauptschüler vermuten lassen, der
wird nur unter Einsatz schwerer Geschütze wie absoluter Tiefstpreise bei bester Qualität der Waren plus einem
Service der Sonderklasse wieder dorthin zurück locken lassen – vielleicht.
Aber mal zum Versand: Wie schnell ist die Ware beim Kunden? Das Trödeltempo des kostengünstigen Versands per
Warensendung kann man sich allenfalls für Pfennigartikel erlauben – erst recht, da man als gewerblicher
Verkäufer das Versandrisiko zu tragen hat. Und wie kalkuliert man das Risiko, dass Kunden von ihrem gesetzlich
garantierten Recht auf Rückgabe binnen 14 Tagen Gebrauch machen? Auch an mögliche Gewährleistungsansprüche
des Kunden verschwenden die meisten Onlinehändler nicht einen Gedanken. Der Rechtsweg ist vorprogrammiert.
Fazit: Onlineshops sind eine schöne Sache für Kunden und Händler. Aber nur, wenn so
ein Shop genauso gut im Ladenlokal an der nächsten Straße sein könnte, wo man das Weiße im Auge
des Verkäufers sieht. Wem die Erfahrung im Handel fehlt, dem sei geraten, es zuerst einmal mit fertigen Lösungen
bei eBay oder ähnlichen Plattformen zu versuchen und dort seine Fähigkeiten auszuloten.
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