Pellets / Holzpellets
Der Begriff der Pellets kommt ursprünglich aus dem Englischen und bedeutet soviel wie "Bällchen" oder "Kügelchen".
Damit sind zusammengepresste kleine Körper, in der Regel in der Form einer Kugel oder auch eines Zylinders gemeint.
Da Holzpellets nicht einzeln verwendet werden, werden sie als Schüttgut bezeichnet. Die Holzpellets werden aus Sägemehl
ohne Zusatz von Hilfsstoffen in den so genannten
Pelletieranlagen hergestellt, wo das Holz unter großem Druck durch eine Art Gitter gepresst wird. Durch das dem Holz
eigene Lignin, halten die Holzpellets dabei in der Regel ohne ein Bindemittel und werden auf die gewünschte Länge
geschnitten. Je nach Land und Norm werden dabei unterschiedliche Größen produziert.
Als reines Biomasseprodukt sind Pellets CO2-neutral: das heißt sie tragen nicht zum Treibhauseffekt
bei. Die Asche kann problemlos im Garten als Dünger verwendet werden.
Holzpellets unterliegen dabei in Deutschland einer bestimmten DIN-Norm, DIN 51731. Durch die deutsche DIN-Norm ist
allerdings die Qualität der Pellets nicht festgelegt. Strenger ist dagegen die österreichische Norm ÖNORM M 7135,
durch welche die Größe der Pellets, die Zusammensetzung und sogar der Wassergehalt festgelegt ist, der unter 10%
zu liegen hat. Deshalb wird auch die Lagerung und der Transport der Holzpellets durch diese Norm geregelt, da
durch unsachgemäße Lagerung, bzw. Transport die Qualität der Pellets ebenfalls leiden kann.
Lagerraum für Pellets:
Die Pellets benötigen einen Lagerplatz der nicht größer ist, als die Tankräume für einen Ölkessel. Für ein normales
Einfamilienhaus benötigt man je nach Heizlast bzw. Wärmebedarf einen Raum von ca. 6m². Damit kann ein Jahresbedarf
von ca. 4000 bis 5000 kg für ein Einfamilienhaus eingelagert werden.
Der Pelletlagerraum sollte nach der KW-Nutzlast gewählt werden. Dabei spricht man von einer ausreichenden Lösung,
bei der man nach folgende Regel den Lagerraum auswählt: Lagerraum in m³ = Heizlast in kW. An der Außenwand liegt der
Befüllstutzen, er sollte von außen gut zugänglich sein. Da der Pelletskessel Frischluft braucht, sollte der
Heizraum am besten, an mehreren Außenwänden grenzen und sollte natürlich dem seitlichen Druck der Pellets standhalten. Das Pelletlager muss
ganzjährig trocken sein, aus diesem Grund ist bei Altbauten manchmal eine hinterlüftete Vorsatzschale empfehlenswert.
Es darf keine Elektroinstallationen wie Schalter und Leuchten im Pelletlager gesetzt sein. Außer in einer explosionssicherer
Ausführung. Man sollten sich rechtzeitig bei der zuständigen Behörde erkundigen, ob spezielle Brandschutzausführungen
notwendig sind. Meistens sind für einfamilienhausübliche Lagermengen keine besonderen Anforderungen zu erfüllen.
Die Zustellung erfolgt normalerweise mit einem Tankwagen. Bei der Zufahrt des Tankwagens sollte man beachten,
dass der Schlauch des Tankagens zur Einblasung der Pellets normalerweise nur maximal 30m lang ist.
Verbrauch von Pellets:
Die Grundfläche des Lagerraumes ergibt sich dann aus dem Volumen dividiert durch die Raumhöhe. Ein normales
Einfamilienhaus hat im Durchschnitt einen Verbrauch mit einer 15 kW-Anlage von ca. 3 - 4 Tonnen, so dass man
sich den Platzbedarf ungefähr ausrechnen kann. Pro Kubikmeter kann man ca. 650 kg Pellets lagern, so das für
ein Einfamilienhaus ein Platzbedarf von etwa 5 - 6, maximal 7 Kubikmetern besteht.
Kosten für Pellets:
Die Brennstoffkosten sind günstiger als bei Heizöl oder Gas und variieren nach Lieferart (mit Tankwagen eingeblasen,
in Säcken oder Big-Bags) und Lieferdatum. Der Heizkessel selbst ist bei der Investition etwas teurer als ein Ölkessel,
jedoch sind die Lagerraumkosten wesentlich geringer und man erhält in einigen Fällen noch eine Förderung vom Staat.
Entfernung der Asche:
Auch wenn damit geworben wird, dass nur einmal in Jahr der Aschenbehälter geleert werden muss, sollte man die
Entleerung alle 1-2 Monate vornehmen. Dabei kann es zu leichten Verschmutzungen kommen. Zudem entsteht bei der
Lieferung der Pellets und teilweise auch beim Verbrennen eine gewisse Menge Feinstaub. Für größere Anlagen lassen
sich hiergegen spezielle Filter einrichten Dafür kann die reine Holzasche aber ganz einfach kompostiert werden.
Überblick der Vorteile und Nachteile von Öl, Gas, Holz und Umweltwärme
Gasheizung
Vorteile:
- die Gasbrennwertheizungen sind eine Spitzentechnik, die zusätzlich die Wärme aus den Abgasen der Anlage nutzt
- in einem Neubau mit sehr geringem Verbrauch kann die Niedertemperaturtechnik wirtschaftlicher sein als die Brennwerttechnik
- die Gasanlagen haben einen geringen Platzbedarf, gute Umweltwerte, niedrige Anschaffungskosten
Nachteile:
- hohe Betriebskosten, die wahrscheinlich weiter steigen
- die Investitionskosten sinken deutlich, wenn ein Gasanschluss vorhanden ist
Ölheizung
Vorteile:
- ebenfalls hohe Energieausbeute dank Brennwerttechnik, wichtig bei einem Haus mit hohem Verbrauch
Nachteile:
- weiter steigender Preis des Brennstoffs, der zudem vorfinanziert werden muss
- hoher Platzbedarf.
Holzpellets
Vorteile:
- dank heimischem Holz macht dieses System unabhängig vom Öl- und Gasmarkt
- umweltfreundlich, weil in der Bilanz kaum Treibhausgase frei werden
- die Holzpellets sind Umweltverträglich und haben einen neutralen CO2-Wert
- die Holzpellets ermöglichen niedrige Betriebskosten
- die Lieferantenwahl kann frei gewählt werden, man ist an keinen festen Vertriebspartner gebunden
- hohe Wertschöpfung im Inland durch regionale Verfügbarkeit und Arbeitsplatzsicherung
Nachteile:
- die Brennstoffe müssen vorfinanziert werden (hohe Investitionskosten)
- verbesserungswürdige Verbrennungstechnik
- es muss regelmäßige die entstehende Asche entfernt werden
- es muss ein Lagerraum vorhanden sein
- die Anfangsinvestition ist teurer als viele andere Heizsysteme
- die Förderung durch den Staat wird immer mehr reduziert
Wärmepumpe
Vorteile:
- geringe Betriebskosten
- geringer Platzbedarf,
- vor Ort umweltfreundlich
- unabhängig vom Gas- und Ölmarkt.
Nachteile:
- hohe Investitionskosten.
- wirtschaftlichkeit stark abhängig von der Temperatur im Heizsystem
- vom Angebot regionaler Strom-Sondertarife und von Zuschüssen abhängig
- Probleme bei der Quellenerschließung verteuern Investition
Gasheizung plus Solarkollektoren
Vorteile:
- momentan sehr gute Fördermöglichkeiten
- wenig abhängig vom Gas- und Ölmarkt
- umweltfreundlich
Nachteile:
- hohe Investitionskosten, daher möglichst umrüsten, wenn das Dach eingedeckt oder Heizung modernisiert wird
- andere Energiepreise
- höhere Anschaffungskosten
- zusätzliche notwendige Nebenarbeiten oder steigende Zinsen verändern die zu erwartenden Aufwendungen für die Wärmeversorgung
Autor: Thomas Neumann
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